Herbstübung BRD Bad Ischl – „Wer kennt den Hasenbach?“

12.10.2019

Seit längerem stehen unsere ganztägigen Herbst- und Winterübungen unter dem Motto alpines Gelände im riesigen Gemeindegebiet von Bad Ischl kennen zu lernen. Gerade bei terrestrischen Einsätzen – Schlechtwetter, Notfällen in der Dunkelheit – sind profunde Ortskenntnisse enorm wichtig, erleichtern die Koordinierung und beschleunigen den Einsatzablauf!

 

Übungsannahme: 2 junge Damen stehen am Hochjoch und beschließen den Abstieg Richtung NO zur Forststraße Klausgraben-Hasenbach fortzusetzen,unterschätzen dabei die Steilheit der felsdurchsetzten Rinnen, kommen zu Sturz und verlieren sich aus den Augen – beide verletzt. Handyempfang negativ.

 

Um 9h treffen sich 25 Bergretter mit kompletter Ausrüstung zum briefing am Stützpunkt: Die bisherigen Recherchen ergaben die Information eines Jägers, der sie vor dem Abstieg noch gesehen hat und vermutet, dass es sich um die Gesuchten handelt.

 

Die Auffahrt erfolgt im Einvernehmen mit dem dortigen Jäger über die Forststraße an der Hasenbachstube vorbei bis auf 970m Seehöhe. Zwei Suchtrupps steigen durch das Steilgelände ab. 150Hm tiefer konnte das erste Mädchen auf einem Geländerücken mit einer Beinverletzung rasch aufgefunden werden. Während der Erstversorgung und Vorbereitung der mitgebrachten Trage um die Verletzte durch den Graben Richtung FS Hallergraben abzuseilen, kommt es zu einer Real-Alarmierung: Abgestürzter Bergsteiger am Zustieg zum Katrinklettersteig: Die EL unterbricht die Übung, ein Stoßtrupp wird mittels Canam-Quad losgeschickt, mit dem Auftrag den alarmierten NA-Hubschrauber Martin 3 bei der Bergung zu unterstützen. In recht kurzer Zeit kann über die Katrinabfahrt aufgefahren werden. Eine 2. Mannschaft bleibt standbye bei der Hasenbachstube in Bereitschaft. Nach Überflug der Unfallstelle bei der Katrin durch Martin 3 kommt per Funk die Meldung, dass mit Unterstützung der 5 Bergretter vor Ort die Versorgung und Bergung machbar sei. Nach erfolgter Taubergung kann die Übung wie geplant fortgesetzt werden. Das 2. Mädchen ist schwer verletzt, wird ärztlich versorgt und über 250Hm in der Trage abgeseilt und anschließend am Steig entlang des Baches zu den wartenden Einsatzfahrzeugen getragen. Um das Bachbett einfacher überwinden zu können, bauen die Bergretter eine 100m lange Seilbahn mit den modernen Dyneemaseilen.

 

Erreichte Ziele:

Koordinierung der Suchtrupps

Kennenlernen eines kaum bekannten Gebietes

Flexibilität und rasches Reagieren durch Realeinsatz

Versorgung einer schwer verletzten Person

Geschützter passiver Transport in unbekanntem Steilgelände mit improvisierten Standplätzen

Überwinden von schwierigem Gelände durch Seilbahnbau

 

Trotz Erschwernis durch schwerwiegenden Zwischenfall auf der Katrin hielten die Einsatzleiter Wort: Um ca. 15h wurde am Stützpunkt die Ausrüstung versorgt und wir konnten noch gemütlich die Nachmittagssonne vor der Garage genießen.

 

 

 

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