Sucheinsatz Höllengebirge

23.11.2016

23. + 24.11.2016

Ein Ehepaar aus Schörfling am Attersee wanderte am Mittwoch über eine Forststraße dem Höllbach entlang in Richtung Zwieselbachalm. Ursprünglich wollten sie zur Hubertusjagdhütte auf ca. 1070 m aufsteigen. Gegen 11.00 Uhr hat die vermisste Frau mit dem Handy ihren Bruder angerufen und sich nach dem Weg erkundigt. Offensichtlich hatten sich die Beiden etwas verstiegen und brauchten die Hilfe eines Ortskundigen. Dies war der letzte Kontakt zu den Beiden. Der Revierjäger berichtete später den Einsatzkräften, über einen Kontakt der Abgängigen mit Arbeitern der Wildbach- u. Lawinenverbauung. Diese erzählten ihm, dass sich ein Mann und eine Frau nach dem Weg zur Hubertusjadhütte erkundigt hatten. Die Arbeiter kannten die Hütte allerdings nicht. Sie befanden sich zu diesem Zeitpunkt in etwa beim Steinbruch der Zwieselbachalm.

 

Der Bruder der Vermissten hatte am frühen Abend mehrmals versucht, seine Schwester bzw. seinen Schwager zu erreichen. Beide Handys waren allerdings ausgeschaltet, leer oder hatten kein Netz. Um 20:30 Uhr setzte er einen Notruf ab, da ein Unfall befürchtet wurde. Eine Polizeistreife konnten den PKW der Vermissten am Parkplatz Maria Klamm im Weißenbachtal auffinden. Die Bergrettung wurde gegen 21.45 Uhr alarmiert. Mit 7 Gruppen (insgesamt 35 Personen, 2 Alpinpolizisten, 3 Suchhunden) wurden bis 3:20 Uhr die primären Suchbereiche (Jagdsteige, Hütten, markante Punkte und Geländeformen) abgesucht. Ein Hubschrauber der Flugeinsatzstelle Salzburg mit einer speziellen Wärmebild/Infrarot Kamera (FLIR) war ebenfalls im Einsatz. Die gesamte Suche verlief negativ, ebenso die durchgeführte Handy Peilung.

 

Nach 3stündiger Unterbrechung wurde der Sucheinsatz gegen 6:30 wieder aufgenommen. Neben den Ortsstellen Bad Ischl und Steinbach sowie der Hundestaffel der Bergrettung OÖ die allesamt auch am Vortag im Einsatz waren, wurde die Ortsstelle Ebensee alarmiert. 36 Personen, 6 Alpinpolizisten, 2 Suchhunde) nahmen die Suche wieder auf. Im steilen, felsigen und Gras durchsetzten Gelände war das Vorankommen der Suchmannschaften schwierig. Eine Unterstützung der Mannschaften durch Hubschraubertransport war aufgrund fehlender Startmöglichkeit durch Nebel in Salzburg und Linz nicht gegeben.

 

Eine Suchmannschaft konnte gegen 11:00 Uhr die beiden Vermissten in einer Seehöhe von 1.660 m, unterhalb des Segenbaumkogels auffinden. Die beiden Vermissten hatten die Nacht aufgrund ihrer guten Ausrüstung (Biwaksack und Reserve-Kleidung) gut überstanden und waren beide unverletzt. Sie konnten mit Unterstützung der Suchmannschaften in 3,5 Stunden selbständig ins Tal absteigen. Laut eigenen Angaben hatten sie eine Abzweigung des Jagdsteiges übersehen und sind dadurch ins unwegsame Gelände gekommen.

 

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